Entwicklung der Handlungsfelder "Verkehr" und "Wohnen"

In der 18. Sitzung des Stadtrates am 22.11.2012, die diesmal mit Redeerlaubnis des Publikums abgehalten wurde, stellte Professor Hermann Knoflacher sein Konzept zu den Handlunsgfeldern „Wohnen“ und „Verkehr“ vor.

Nach der offiziellen Eröffnung durch OB Mathias Neuner gab Stadtbaumeisterin Annegret Michler einen Überblick über das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK). Die Zukunftsvorstellungen für eine Stadt sollen demnach gemeinsam von Bürgern, Politik, Verwaltung und Experten erarbeitet werden. Der Zuschuss der Städtebauförderung betrug dabei 74.000 Euro, der Zuschuss aus Planungsmitteln 46.000 Euro. Von den sechs verschiedenen Handlungsfeldern, die im ISEK behandelt werden, widmete sich Prof. Hermann Knoflacher der Wohnungs- und Siedlungsstruktur und Mobilität und Verkehr. Die Basis seiner Arbeit liefert eine breite Menge an Daten, die in der Vergangenheit von verschiedenen Institutionen erhoben worden ist. Grundgedanke Knoflachers: eine Siedlungsstruktur, in der der Mensch im Zentrum steht. Die Dezimierung des PKW- und LKW-Verkehrs war sowohl bei den Befragungen, als auch im Sinne der Politik erklärtes Ziel, Faktisch sieht die Situation aber anders aus. Der motorisierte Individualverkehr schlägt mit 62, 4 % zu Buche, wohingegen Radverkehr und Fußgänger (31,9 %) und öffentlicher Nahverkehr (5,7 %) deutlich in der Minderzahl sind.

Vorschläge einer sinnvollen Stadtentwicklung wären nach Knoflacher die vorwiegende Ausweisung von Gebieten in der Innenentwicklung.

Er sieht dadurch klare Vorteile:
• Durch eine abwechslungsreiche Gestaltung der Neubauzonen kann der Entfernungswiderstand für alle Wegezwecke reduziert werden,
• Durch eine Aufwertung der Grünräume durch eine abwechslungsreiche Dachbegrünung kann die heute bestehende CO2 Senke diese Gebietes verstärkt werden.
• Durch mehr Fußgänger und Radfahrer eine geringere Emissionen aus dem Verkehrsbereich
Vorwiegende Ausweisung von Gebieten in der Innenentwicklung.
• Mehr Ziele werden für die Bevölkerung der Neu- und Altbaugebiete attraktiver und weit besser erreichbar als heute.
• Die mit der Autofreiheit – nicht zu verwechseln mit der Autolosigkeit – entstehende Aufwertung von Wohn-, Aufenthalts- und Arbeitsqualität für hochwertige innen-stadtverträgliche Beschäftigungszweige erleichtert durch ihre Beispielwirkung die zukunftsgerechte Stadtentwicklung auch in anderen Stadtteilen.

Durch die Ziele in der Nähe sinkt die CO2 Belastung im Mobilitätsbereich für den Binnenverkehr, wie bei keinem anderen derzeit verfügbaren Standort:
• Durch die Nähe zu den Bahnstationen und dem ZOB wirkt die zukunftsfähige Mobilitätswahl auch auf die gesamte Region.
• Durch den Abbau der bestehenden Barrieren durch integrierte mechanische Höhenüberwindung über zwei Ebenen rücken die westlichen Stadtteile deutlich näher an den Lech, die Altstadt, das Inselbad und umgekehrt. Damit wird auch die Integration der für die Bebauung vorgesehenen Baulücken im Bestand der westlichen Stadtviertel gefördert.

Als Lösungen für eine bürgerfreundliche Stadt schlug Prof. Knoflacher eine Reihe an Maßnahmen vor:
• Fußgängerzone Altstadt
• Fußgängerfreundliche Außenraumgestaltung auch der Gebäude
• In Abständen von 150-250 m Plätze/Unterbrechungen
• Gebäude und Gärten wieder zum öffentlichen Raum öffnen
• Fußwege bei Flächenwidmungen und Baumaßnahmen sichern; Netzdichte auf 50 – 70 m erhöhen.
• Sitzgelegenheiten
• Tempo 30 im gesamten Sekundärstraßennetz ermöglicht
die flächenhafte Nutzung des Fahrrades
• Mögliche Einbahnen für den Radverkehr in beiden Richtungen
öffnen (teilweise umgesetzt)
• Fahrradabstellplätze bei Ämtern, Schulen, Geschäften
• Förderung von E-Bikes
• E-Bike Tankstellen
Förderung des Radverkehrs durch Ämter und Firmen
• Kilometergeld für Radpendler (z.B. 0,38€ in Österreich)
• Einsparung von Kosten bei Firmen und Beschäftigten
• Wegweisung ergänzen



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